BÜRGERBLOCK WEISMAIN

Ausführliches Wahlprogramm

Schuldenabbau / Verwaltung

Wir müssen alle Ausgaben auf den Prüfstand stellen.

Vorrang muss der Schuldenabbau haben! Für alle anstehenden Maßnahmen muss eine Prioritäten­liste aufgestellt werden. Viele Kosten lassen sich durch Ehrenamtliche Leistung reduzieren. Ehrenamt und Stadtverwaltung müssen sich bei vielen Aufgaben ergänzen. Die Zusammenarbeit mit heimi­schen Firmen und Nachbarkommunen kann die Ausgaben weiter senken.

Wir müssen die Einnahmen erhöhen.

Steuereinnahmen lassen sich nur dann erhöhen, wenn wir Gewerbe und Einwohner nach Weismain holen. Dafür muss die Stadt Anreize schaffen (z.B. Wohngebiete mit gemeinschaftlichen Heizanlagen etc.)

Wir wollen der Verwaltung auch kreatives Denken abverlangen.

Ein Sachbearbeiter sieht Einsparpotential in seinem Resort viel schneller als ein Verwaltungschef oder ein Bürger von außen. Zusammen mit einem engagierten Finanzausschuss müssen wir Sparziele durchsetzen.

Wir wollen uns ein realistisches Ziel für die Schuldenfreiheit der Stadt setzen

und einen Fahrplan sowie Maßnahmenpakete dafür erarbeiten. Hier sind die Ideen des Stadtrates ebenso gefragt wie die Ansätze der Bürger unserer Stadt.

Bauen / Wohnen

Wir wollen innenstadtnahe Bauflächen für unsere jungen Familien und neue Weismainer Bürger schaffen und die Dörfer mit Bauplätzen stärken.

Viele Restgrundstücke in der Stadt und in den alten Baugebieten sind bereits erschlossen und mit Straßen erreichbar. Für die Stadt verursacht eine Bebauung dort nur geringe Kosten. Aufwendige Erschließungen von Neubaugebieten an den Hängen müssen genau bedacht werden. Vorhandene Gewerbe- und Wohnungsbrachflächen können mit staatlichen Zuschüssen zu Wohnbauflächen oder neuen Gewerbeflächen umgewandelt werden.

Wir wollen in den Dörfern die Möglichkeiten schaffen, dass die eigenen Kinder dort günstigen Wohnraum bauen können, auch wenn Sie noch in die Oberzentren zum Arbeiten pendeln.

Die jungen  Familien auf den Dörfern müssen die Möglichkeiten haben, die Vorteile der eigenen  günstigen Grundstücke ohne Auflagen nutzen zu können. (Baulückenkataster, Befragung auf den Dörfern, Festlegung möglicher Erweiterungsflächen)

Wir wollen für die Denkmäler und städtischen Immobilien nachhaltige Nutzungs­konzepte  finden.

Fremdenverkehr

Wir wollen Weismain wieder zum „Tor zur fränkischen Schweiz“ machen.

Weismain muss eine entscheidende Rolle in der Vernetzung zwischen der fränkischen Schweiz und der Erholungsregion am Main bilden. Die Förderung des Tourismus kann nur gelingen, wenn Weismain in den Fremdenverkehrsverbänden eine starke Stimme hat.

Wir wollen die Attraktivität für Sportler und aktive Menschen durch gezielte Angebote steigern.

Sportveranstaltungen (Frankenberger Bergrennen, Kordigastlauf, Triathlon, radTOURpur etc.) sind eine großartige – und für die Stadtkasse kostenlose – Werbung für unsere Stadt. Wir können diese Veranstaltungen ausbauen und durch weitere naturverträgliche Angebote ergänzen, bis wir im Jahresverlauf einen Weismainer Sportkalender aufstellen können.

Wir wollen unser Schmuckstück „Kleinziegenfelder Tal“ und die Natur erlebbar machen.

Nur wenn die Täler unserer Stadt auf sicheren Fußwegen von den Touristen genutzt werden, kann sich die Schönheit unserer Natur herumsprechen. Daher müssen wir das Wander- und Radwegenetz erhalten und pflegen, sowie eine aktualisierte Wander- und Radwegekarte mit den Nachbargemeinden erstellen.

Wir wollen die Gastronomie in unserer Stadt vernetzen.

Gerade im Urlaub besinnen sich die Weismainer Touristen auf  gute, regionale und ehrliche Küche. Mit Werbekonzepten wie einem „Genießer-Pass“ etc.  kann Weismain sich in der Genuss-Region Oberfranken gewinnbringend herausstellen.

Wir wollen die ehrenamtliche Arbeit für den Tourismus fördern.

Die Markierung von Wanderwegen oder ehrenamtlichen Angebote für Erlebniswanderungen, Stadtführungen etc. sind erste Schritte.

Wirtschaft

Wir wollen die Gewerbetreibenden in der Altstadt unterstützen, um langfristig eine lebendige Innenstadt zu erhalten.

Viele Gewerbetreibende stehen in den nächsten Jahren vor einer Betriebsübergabe. Engagierte Nachfolger lassen sich nur finden, wenn Sie für sich ein ausbaufähiges Umfeld sehen. Am runden Tisch können die Anliegen der Handwerker, Händler und Dienstleister diskutiert und umgesetzt werden. Nur mit einer intakten Innenstadt können wir die vorhandenen Leerstände und Baulücken schließen.

Wir wollen bei einheimischen Firmen dafür werben, in unserer Stadt zu bleiben und zu investieren. 

Weismain kann es sich nicht erlauben, dass Firmen wegziehen. Im Gegenteil: Wir müssen alles dafür tun, die bislang ungenutzten Gewerbegebiete zu füllen. Im Bereich des gesamten Stadtgebietes sollen Bauland und geeignete Gewerbeflächen erschlossen werden. Die Wirtschaftsförderung des Landkreises ist dafür nicht ausreichend. Nur mit Eigeninitiative können wir Gewerbe anlocken und die Steuerein­nahmen erhöhen.

Wir brauchen eine gute Verkehrsanbindung für das Gewerbe, aber auch die Berufstätigen, die in Weismain wohnen, aber andernorts arbeiten – oder umgekehrt.

Neben der Umfahrung des Stadtzentrums ist dazu eine gute und zügige Anbindung an die Autobahn über den Jura (Bevorzugte Trasse über den Judenweg) erforderlich.

Wir wollen für alle Bürger schnelles Internet ermöglichen.

Auf dem Jura wird kein Dienstleister, kein Home-Office und keine Internetfirma entstehen, wenn die Verbindung ins Internet nicht steht. Selbst in der Stadt Weismain ist nicht überall ein Internet-Anschluss über Telefonleitung gewährleistet.

Familien / Kinder / Senioren

Wir wollen die Betreuung der Kinder in ein ganzheitliches Konzept bringen. 

Starre Buchungszeiten und  bürokratische Hindernisse müssen ausgeräumt werden. Auch in den Ferienzeiten müssen die Träger der Einrichtungen gemeinsam Lösungen suchen, damit die Eltern die Anforderungen Ihres Berufes erfüllen können. Der Bedarf an Betreuungsplätzen muss zusammen mit den Einrichtungen geprüft und für die Zukunft angepasst werden.

Wir wollen die Kinder- und Jugendbetreuung in der Freizeit fördern und verbessern.

Städtische Jugendförderung kann alleine nicht funktionieren. Nur zusammen mit den Vereinen, kirchlichen und anderen Gruppen können attraktive Programme für die Jugend angeboten werden.

Wir wollen weitere Spielplätze in den Wohngebieten und Ortsteilen schaffen und bestehende aufwerten.

Auch für ältere Jugendliche fehlt es an attraktiven Treffpunkten zur sinnvollen Freizeitgestaltung – hier ist wieder einmal ehrenamtliche Hilfe gefragt.

Wir wollen die Senioren in unsere Stadt integrieren anstatt sie abzuschieben.

Barrierefreie Wohnungen in der Stadt lassen diejenigen weiter am sozialen Leben teilhaben, denen wir den Wohlstand zu verdanken haben.  Auch Altenwohngemeinschaften am Marktplatz integrieren unsere Senioren und bringen Leben in die Stadt. Die Einrichtungen der Stadt, der Kirchen und der Einzelhändler müssen barrierefrei nutzbar sein.

Stadtentwicklung

Wir wollen bereits jetzt an Lösungen arbeiten, wie die Kernstadt nach dem Bau der „Verlegung der Staatstrasse“ weiterentwickelt werden kann.

In den Sitzungen des Stadtentwicklungskonzeptes sind von den Bürgern viele Ideen eingebracht worden. Diese müssen an runden Tischen diskutiert und zu einem Fahrplan vertieft werden. Der Stadtkern muss wieder zu einem attraktiven Zentrum werden.

Wir wollen das Ehrenamt in der Stadt fördern und unterstützen.

Am Beispiel des Rentnertrupps wird deutlich, wie wertvoll der Einsatz des Einzelnen für unsere Stadt ist. Die Wertschätzung dieser Arbeit und die Förderung neuer Projekte sollte gerade in der Zeit der Haushaltskonsolidierung einen höheren Stellenwert einnehmen. So wie die Dorferneuerung vielfach von den Dorfbewohner in Eigenleistung erbracht wird, könnte es auch noch mehr in unserer Stadt der Fall sein!

Wir wollen die Innenstadt schon vor der anstehenden Sanierung mit geringem Aufwand beleben. 

Wichtige Kernthemen wie z.B. ein Konzept für die Aufwertung und künftige Nutzung des Kastenhofes müssen bereits jetzt angegangen werden. Wie an den Marktsonntagen kann an jedem Wochenende ein Teil der Innenstadt für den Verkehr gesperrt werden. Die Gastronomie wird den gewonnenen Raum nutzen, derweil spielen die Kinder sicher auf unseren Straßen.

Kultur / Freizeit

Wir wollen den Monatsmarkt als Attraktion neu beleben.  

Nur wenn der Markt eine regionale Bindung (z.B. als Bauernmarkt) bekommt, wird er von Einheimischen und Gästen wieder genutzt. Ein neues Konzept mit regionalen Produkten und Erzeugnissen, mit Rahmenprogramm und ansprechender Gestaltung muss erarbeitet werden. Das aktuelle Marktgeschehen hat keine Zukunft.

Wir wollen kulturelles Programm nach Weismain holen. 

Nur wenn wir eine Plattform finden, in der sich Kultur jeder Art, Ausstellungen, Konzerte, Theater, Film, Vorträge im Zentrum der Stadt befinden, werden wir attraktiv für neue Firmen und Familien. Unter der Trägerschaft eines Kulturvereins könnte diese Bereicherung auf breite Beine gestellt werden.

Wir müssen den Wert der Umweltstation für unsere Stadt erkennen und ausbauen.

Die Wissensvermittlung über diese Landkreis-Einrichtung muss gestärkt werden. Aktionen und Programme können noch mehr den gesamten Landkreis einbinden, können Weismain zum Zentrum der umweltpolitischen Bildung am Obermain machen.

Wir können mit Hilfe der heimischen Künstler unsere Stadt in den Mittelpunkt rücken. 

Durch gemeinsame Kunstaktionen, öffentlich zugängliche Kunstwerke etc. werben die Maler, Bildhauer und Flechthandwerker für sich und unsere Stadt.

Energie

Wir wollen durch die Gründung eigener Stadtwerke (in Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden) die Wertschöpfung aus erneuerbarer Energie in der Region belassen.

Die Wälder der Umgebung liefern uns das Potential unsere Energie selbst zu erzeugen. Wenn wir die Energie der Sonne nutzen, müssen auch die Gewinne bei uns bleiben, schließlich wird auch unsere Landschaft dafür benutzt. Wie die Mühlen in der Vergangenheit schon die Energie des Wassers nutzten, so können wir heute mit moderner Technik unseren Flüssen noch mehr abgewinnen.

Kommunale Zusammenarbeit

Wir wollen durch eine sinnvolle kommunale Zusammenarbeit Einsparpotenziale nutzen.

Gemeindliche Verwaltungs- und Versorgungsaufgaben können in einzelnen Gemeinden für die anderen mit erbracht werden. Beschaffung von Material und Geräten kann gemein­schaftlich organisiert werden. Die Zusammenlegung von z.B. Bauhof, Wasserwerken, Standesamt und Kämmereien (bei weiter getrennter Kassenführung – es nicht um die Vergemeinschaftung von Schulden!) sollte kein Tabuthema sein.

Wir wollen die Einrichtung eines Lehrschwimmbeckens gemeinsam mit den Nachbargemeinden.

Das Lehrschwimmbecken soll dem Schulunterricht, aber auch den Vereinen in den Kunstädten und Weismain zu Gute kommen, wäre aber für eine Gemeinde allein nicht umsetzbar.

Wir wollen gemeinsam mit den Nachbargemeinden für den Tourismus werben.

Nur gemeinsam können wir die nötige Aufmerksamkeit auf unsere schöne Region lenken. Ein gemeinsamer Veranstaltungskalender und eine gemeinsame Teilnahme an einem E-Bike-Netz sind Beispiele dafür.

Mehr Bürgerbeteiligung

Wir wollen auch in der Politik wieder eine stärkere Einbeziehung und Mitwirkungsmöglichkeiten für die Bürger.

Themenbezogene runde Tische bringen alle Interessierten zusammen und die gemeinsame Diskussion trägt zur Meinungsbildung bei. Ehrenamtliche Projekte können so geplant und initiiert werden. Gute Ideen finden Unterstützer und fließen auch in die Entscheidungsprozesse im Stadtrat ein.


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